Wo die Zeit stehen blieb

Gestern von Alvor aufgebrochen. Wieder habe ich so viele tolle und liebe Menschen kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, dass der Aufbruch nicht ganz leicht viel. Trotzdem, bevor am Dienstag „der große Wind“ kommt, wollte ich noch einen Tapetenwechsel. Und Irmi muss mal bewegt werden, sonst setzt sie noch an.

Vor ein paar Tagen hatte ich noch einen sehr interessanten Ausflug. Peter und Inge von der SY Ya haben Joel und mich zum segeln eingeladen. Joel sollte mit seiner Drohne ein paar schöne Aufnahmen machen. Ihr Schiff kommt ihne jegliche fossile Energie aus. Alles benötigte wird aus Sonne, Wind und Bewegungsenergie beim segeln produziert. Im Rumpf sind 2,5t Batterien verstaut, mit insgesamt 54 kWh, die gleichzeitig als Ballast dienen. Peter ist damit bereits 2018 um Die Welt gesegelt und hat damit bewiesen, dass sein Konzept funktioniert.

http://www.fossilfreearoundtheworld.org

Ebenso werde ich die Abendessen bei Anne und Dag auf der Marli, immer mit spektakulären Sonnenuntergängen, nicht vergessen.

So bin ich nun gestern am frühen Nachmittag bei Hochwasser Anker auf gegangen um den ersten Teil der 40 sm bis Culatra zu segeln. Und tatsächlich, ich konnte segeln. Nicht schnell, aber so, dass ich pünktlich zum dunkel werden in Albufeira ankam. Das Hafenbüro hatte bereits geschlossen, so legte ich mich an den Receptionssteg. Es gab sogar Landstrom.

Pünktlich um halb neun heute Morgen legte ich wieder ab. Das Hafenbüro öffnete um neun, mal wieder Hafengebühren gespart, hähä. Dafür gab es keinerlei Wind, nicht einen Hauch, so dass ich die nächsten 23 sm mit Maschine fahren musste.

Ca zwei Stunden vor Hochwasser erreichte ich die Einfahrt zur Lagune von Faro und Olhao. 4 Knoten Strom zogen mich ins innere und um mich herum gurgelte das Wasser. Der Grund steigt von ca. 50m innerhalb weniger Meter auf 10m an, fällt dann wieder ab auf 40m in eine Art Pool um dann wieder steil auf 8m zu steigen. Dadurch entstehen regelrechte Stromschnellen die lustige Sachen mit dem Boot machen.

Culatra ist ein winziges Dorf auf der gleichnamigen Insel, vis a vis zu Olhao. Die Häuser sind in die Dünen gebaut, es gibt kleine Läden, ein paar Restaurants und unzählige Fischer sowie Yachten die davor ankern. Wären nicht die Touristen, die Flugzeuge von Faro, die Speedboote und die Masken, man würde denken 50 Jahre zurück versetzt zu sein. Autos fahren hier keine, nur ein paar wenige haben einen Trecker. Autos würden auch nichts nützen, denn die meisten Wege sind aus weichem Sand. Immerhin leben hier um die 800 Menschen. Es gibt eine Schule, ein Sozialzentrum, eine Kirche und mehrere Vereine.

Vielleicht bleibe ich Morgen noch hier, vielleicht mache ich mich doch auch schon auf den Weg nach Portimao.

So wie der Wetterbericht im Moment aussieht, könnte ich vielleicht am Samstag los nach Madeira. Der nächste große Sprung. Leider alleine, denn die beiden Tramper haben ein anderes Schiff gefunden und sind schon da. Auch mein Gast Joel ist seit ein paar Tagen nun mit dem Camper unterwegs. Aber auch das war ne tolle Zeit mit ihm und wir werden sicher in Kontakt bleiben.

Aber ich bin zur Zeit zuversichtlich die 450 sm gut zu wuppen. Wenn das Wetter endlich mal passt.

Gute Nacht von Culatra

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