Über mich

Im kalten Januar 1969 lief ich in Hamburg – Harburg vom Stapel. Vadder Maurer, Mudda Hausfrau, Opa Postbeamter, Oma auch Hausfrau. Alles wie es sich gehört. 
Als ich zehn war, machten wir Urlaub auf Mallorca. Zum Glück hatte Franco gerade abgedankt, sonst hätte ich das mit meinem revolutionärem Gewissen nicht vereinbaren können 😉 Vadder machte einen ersten Segelkurs und ich solange Stunk und Nerverei, bis ich endlich mit durfte. Ich wurde unheilbar infiziert. Obwohl….das ich dabei geblieben bin wundert mich bis heute. Vadder war ein unverbesserlicher Choleriker und brüllte nur rum „FOCK DICHTER! SCHNELLER! NICHT SO!“ 
Drei Jahre später brachte Opa mich in HH-Finkenwerder im Segelverein unter. In der Jugendkuttergruppe. Eigentlich war ich noch zu jung, er ließ seine Beziehungen spielen. So lernte ich auf der Unterelbe rudern, segeln, saufen und in Discos feiern. 
Ein paar Jahre später kam meine erste Jolle. Eine alte Conger, noch bei Blohm und Voss gebaut, Baunummer 8. Der Rumpf weich, die Segel alt..mein „Schiff“. Damit machte ich mit Freunden, aber gerne auch alleine die Elbe bis Glückstadt unsicher.
Es folgte drei Jahre die verhasste Lehre im Hamburger Hafen. Irgendwie zog ich´s durch, waren doch wenigstens Schiffe, Leinen und Wasser dabei. Zum segeln blieb weder Zeit noch Geld. Meine Freizeit verbrachte ich mit wenig gutem Gitarrenspiel in verrauchten Übungsräumen, meiner Freundin und der Hamburger Hafenstraße. Und doch…tief in mit drin war die Sehnsucht geblieben und hin und wieder ließ ich sie gewähren, mietete mir eine Jolle auf der Alster. Der Conger wurde verkauft als ich in die erste WG zog.

harrrharrr

Während meiner Erziehehrausbildung kaufte ich dann von einem Mitschüler einen alten Zugvogel. Wir kauften ihn zu dritt, nur die anderen beiden konnten nicht segeln. Und lernten es auch nicht. Studium und nebenbei arbeiten ließen ihnen keine Zeit dazu. 1995 machte ich mit einem Feund vier Wochen Urlaub damit auf dem Ijsselmeer. Wir segelten hinaus aufs Watt bis nach Vlieland. Das erste Mal Salzwasser. Und im selben Jahr wurde es noch salziger. Ich heuerte als Erzieher auf einem erlebnispädagogischem Jugendschiff auf dem Mittelmeer an. Meine ersten Hochseeerfahrungen und mir wuchsen Seebeine. Ich spürte, hier gehöre ich hin. Nach einem Jahr konnte ich keine Jugendlichen mehr ertragen aber ich wollte weiterhin mein Geld auf dem Wasser verdienen. Also machte ich meinen SSS, Meilen hatte ich in dem Jahr mehr als ausreichend gesammelt, UKW Zeugnis noch hinterher und suchte mir die ersten Schiffe auf denen ich mich als Skipper probieren konnte.
2003 absolvierte ich dann die Seefahrtsschule in Enkhuizen/NL und durfte mich damit Kaptijn kleine Zeilvaart nennen. Die Schiffe wurden größer, die eine oder andere Reise auch länger. Irland – Bremen, Zadar – Mallorca, Cuxhaven – Island – Eckernförde… Aber immer auf fremden Schiffen. An ein eigenens war nie zu denken, es fehlte immer das Geld.

Jetzt bin ich da, wovon ich immer geträumt habe. Ein eigenes seetüchtiges Schiff, welches ich auch alleine segeln kann und mir genügend Lebensraum auch im Winter bietet. Seit Oktober 2019 lebe ich an Bord.

Punks are (never) blöd
Auf Irmi