Cabo Verde…Wind Wind Wind

Oh man, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt bin ich schon drei Monate hier. Hab ich fast nicht gemerkt, wie die Tage einfach verfliegen. Aber es ist auch ein bisschen was passiert, gibt kleine Neuigkeiten. Meine neue Solaranlage ist endlich fertig. Das ersehnte Paket aus D von SVB kam nach vier Wochen endlich an. Und sie lädt nun die Akkus wie der Teufel. Immer voll, fast wie ich…

Peter ist während dessen auch hier angekommen. Zusammen mit Sergio. Beide sind ganz schön gebeutelt von dem Erlebten. Sergio ist mittlerweile auf ein neues Schiff, diesmal ein Katamaran umgestiegen und auf dem Weg nach Spanien. Ist jetzt elf Tage unterwegs, hoffe es geht ihm gut.

Da die Lieferung so lange dauerte und ich außerdem Peter helfen wollte seinen Kram zu organisieren, ist es dann doch zu spät geworden um noch übern Teich zu fahren. Und da die Marina mir ein echt gutes Angebot gemacht habe, habe ich mich entschieden den Sommer über hier zu bleiben. Liege jetzt für 9 € am Tag hier, echt unschlagbar. Und so wäre auch Zeit und gute Gelegenheit hier mal Euren Besuch zu empfangen. Würde mich echt überaus freuen. Von Amsterdam gibt es günstige Flüge direkt nach Mindelo. Vielleicht auch von HH, keine Ahnung…

Und jetzt will ich euch erstmal auf einen kleinen Spaziergang durch Mindelo mitnehmen. Ist nämlich eigentlich n ganz cooler Ort…

Der Wind hier ist schon echt beachtlich. Und zum Teil auch nervig. Es weht hier eigentlich immer mit wenigstens 20 Knoten. Oft auch viel mehr. Dort aber auch dafür, dass es nicht so heiß wird. Aber so warte ich auf den Juni oder Juli, wo der Wind normalerweise deutlich abnehmen soll, und will dann mal die restlichen Inseln erkunden. Die nördlichen, also die Barlavento, hab ich, bis auf eine, schon durch. Jetzt fehlen noch die Sotavento. Allerdings werde ich Santiago aus Sicherheitsgründen wohl auslassen. Kein Bock auch überfallen zu werden.

Dinghis lernen hier fliegen
Und Hosen werden zu Windhosen. Und im Handumdrehen trocken

Nochmal zur Erinnerung bzw für die, die es noch nicht mitbekommen haben: ich verlinke die Story mal einfach auf den Blog von Martin, Peters Sohn. Besser kann man es eigentlich nicht beschreiben: https://ahoi.blog/hello-goodbye-aracanga

Ilhas de Sotavento

Sal

Sal war meine erste Insel nach Gambia. Palmeira ist dort der Port of entry, einer der drei Häfen des Landes die man zuerst anlaufen muss um einzuklarieren, und sehr guter und geschützter Ankerplatz. Aber Sal ist trocken, staubig, windig. Und Hotspot für Kitesurfer. Da es am dichtesten an Afrika und der Sahara liegt, kommt hier der Saharasand geballt an. Ständig ist Irmi mit einer Staubschicht überzogen und der starke Wind ließ sie so sehr an der Ankerkette zerren, dass mir zwei Kettenhaken einfach verbogen sind.

Aber es gibt hier eine kleine nette Community der Segler und Locals. Zwei Wochen war ich hier und freundete mich ein bisschen mit Delvi an, einem jungen Fischer. Er begleitete mich dann über Sao Nicolau bis nach Mindelo. War super, weil er sich sehr gut auskennt und mir viel zeigen konnte.

Sao Nicolau

Um Delvi mitzunehmen brauchte ich eine Genehmigung vom Hafenamt. Ich könnte ihn ja klauen… Und wir beide brauchten einen Covidtest. Die ganze Prozedur dauerte insgesamt zwei Tage, bedingt dadurch, dass die Verantwortlichen offenbar nicht gerne arbeiten und wenn, dann bloß nicht zu schnell. Cabo Verde no Stress. Aber schließlich holten wir nachmittags die beiden Anker auf und hatten eine herrlich ruhige Fahrt die 70 sm nach Tarrafal auf Sao Nicolau. Ich war, nach dem anstrengenden Schlag von Gambia hier hoch, wieder versöhnt mit der Segelei.

Delvi ist hier aufgewachsen und seine Eltern leben noch hier. So kennt er sich nicht nur perfekt hier aus und konnte mir alles zeigen, auch war ich nach wenigen Tagen Teil der Familie. Muddi kochte jeden Tag für uns und seine Brüder begleiteten uns auf der Inselerkundung oder wir chillten an Bord. Aber bevor ich mich jetzt in Landschaftsbeschreibungen verhaspel, lasse ich lieber Bilder sprechen. Die Insel ist so ganz anders als Sal und hat viele Überraschungen zu bieten.

Mindelo / Sao Vicente

Fünf Tage lagen wir in Tarrafal an einer sehr sicheren Mooring. Mein Anker hat leider keinen Halt gefunden, zu viele Felsen.

Nach der gleichen Prozedur mit Covidtest und Genehmigung, dieses mal nur wesentlich schneller, hatten wir wieder einen wunderbaren Segeltag. Gleichmäßiger Wind mit 15-20 Knoten, Sonne, lange Welle…perfekt. Selbst der gefürchtete Kanal zwischen Sao Vicente und Santo Antao, in dem der Wind gerne mal sturmstärke erreicht, war uns gnädig. Pünktlich zum Sonnenuntergang liefen wir in Mindelo ein und machten direkt neben Shanty fest. Es ist immer wieder schön in einen fremden Hafen zu kommen und dort Freunde zu treffen.

Delvi versorgte uns die nächsten Tage immer mit frischem Fisch, den er tauchend mit der Harpune jagte.

Schließlich war auch seine Zeit um und er musste mit der Fähre zurück nach Palmeira um dort wieder Fische zu fangen.

….Fortsetzung folgt

2 Kommentare

  1. Hallo Thomas

    ….. eingetaucht in eine andere Welt!! Endlich ebenfalls dazu gekommen deine Seite näher zu studieren. Da hast du ja enorm viel schon erlebt!

    Wir sind mittlerweile auf den Azoren, genauer zzt. auf Santa Maria. Ebenfalls rassige Überfahrten mit TagesEtmalen von durchschnittlich >170-SM!

    Da ging wirklich die Post ab!

    Nun sieht es aber nach Flaute aus und so verbringen wir ebenfalls die Zeit mit Wandern und quatschen (schnacken) mit Weltenbummlern und Lebenskünstlern!

    Wir freuen uns auf weitere Berichte von dir und wünschen dir eine gute Zeit und weiterhin viele tolle Erlebnisse.

    Auf ein „solong“ von den Norina’s

    Peter & Bea

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