Running with the devil

Sagres

Hab heute um ca 2030 Cabo Sao Vicente gerundet, damit den südwestlichsten Punkt von Festlandeuropa. Jetzt wäre es ein Katzensprung nach Marokko wenn nicht….ach, FUCK OFF…

Heute morgen gegen 0930 von Sines gestartet. Eigentlich wollte ich schon um acht los, direkt nach Sonnenaufgang. Meine Bettdecke war anderer Meinung. Und spülen musste auch noch. Als ich vom Aussteigerleben träumte hat mir keiner gesagt, dass man trotzdem so lästige Sachen machen muss wie Abwaschen, Putzen, Einkaufen etc. Nu hab ich den Salat.

Es fung an wie immer, kein Wind. Also ließ ich die Maschine laufen, musste eh mal die Akkus laden. Nervig war der Seegang, der so gar nicht zu kein Wind passte. Aber es sollte ja irgendwann noch Wind kommen. So ca. zum Mittag.

Irgendwann rollte ich die Genua aus, reichte um zum Motor dazu einen halben Knoten mehr zu machen. WOW! Doch es wurde mehr, und als wir das Kap erreichten, rannte Irmi mit zum Teil über 8Knoten los. Bei 20-25 Knoten Wind. Um das Kap zu runden, musste ich halsen und dafür die Genua fast komplett einrollen. Anders geht sie nicht durch das zweite Vorstag. Auf dem anderen Bug rollte ich sie dann nur halb aus, da ich am Kap, durch den Kapeffekt mit mehr Wind rechnete. Trotzdem stand auf dem GPS immer noch eine konstante 6,5, später wieder über 7. Am Kap nach der Wind aber auch noch deutlich zu, 30-35 Knoten. Irmi rannte wieder Teufel. Aber in Zukunft nehme ich das Dinghi lieber an Deck. In dem Seegang wollte es uns ein paar mal überholen und ich hatte Angst es würde umschlagen.

Liege jetzt vor Sagres am Anker und es weht auch hier in der Bucht ganz ordentlich.

So, genug Fachchinesisch. Jetzt was für die Nichtsegler.

Sines ist nett, ja sogar richtig hübsch. Sehr verschlafen, aber ansehnlich. Wenn…ja wenn man in die richtige Richtung guckt. Umgeben ist es nicht nur von Steilküste und Stränden sondern vor allem von Raffinerien und Containerterminals. Da mochte ich dann auch nicht in der Ankerbucht, direkt vor der Stadt baden. Auch wenn das Wasser noch so klar war. Hatte aber eh nur 18 Grad, also deutlich zu kalt. Seit den 90er Jahren gibt es dort einen deutlichen Anstieg von Krebspatienten, auch bei Kindern. „Ursache unbekannt“. Die Raffinerien wurden in den 80ern gebaut. Auch die Fischer beschweren sich über die zunehmende Umweltverschmutzung. Es gab große Proteste gegen das Hafengebiet. Der Containerhafen gehört übrigens zum Hafen von Shanghai.

Aber trotzdem, Sines hat mir gefallen. Nur länger als einen Tag muss man da nicht bleiben.

Rechts neben dem Kirchturm steht die Statue von Vasco da Gama. Der wurde hier geboren.
Na, wo ist dat Irmchen?

So, ersmaaal! 🤘🏾🏴‍☠️

2 Kommentare

  1. Hallo Thomas,
    wow Du bist weit gekommen.Rüdiger war 1978 auch in Sines…da war alles noch paradiesisch sagt er, gegrillte Sardinen könnte er direkt am Strand kaufen.
    Nun hast Du vielleicht schon Afrika erreicht.

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    • Hallo Carmen
      Nein, bin noch in der Algarve. Warte auf grünes Licht für Afrika, bin zur Zeit mit Peter in Gambia im Kontakt. Demnächst (geplant heute) mehr in meinem Blog.
      LG

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